PraxisInfo:
Dr. Franz Weinfurtner
Dr. Ulrike Burggraf

www.hno-praxis-ebersberg.de

Tinnitusbehandlung

Tinnitus  – Wenn es im Ohr klingelt
Unter Tinnitus versteht man Töne oder Geräusche, die ohne äußere Schallquelle in den Ohren
oder im Kopf wahrgenommen werden. 
Der Begriff “Tinnitus“ bedeutet zunächst also nur
„Klingeln“, er sagt nichts aus, über die Ursache, den Verlauf und die Dauer der Beschwerden.

Wenn es gelegentlich mal im Ohr klingelt, muss man sich deshalb nicht beunruhigen oder
krank fühlen. Ohrgeräusche sind nicht unbedingt unnatürlich oder krankhaft.

Etwa 8% der erwachsenen Bevölkerung in den westlichen Industrienationen nehmen permanent Ohrgeräusche wahr und fühlen sich dadurch nicht beeinträchtigt. Circa 0,5-1 % leiden unter einem anhaltenden, störenden Tinnitus. 
Ein Großteil der Ohrgeräusche verschwindet im Laufe der Zeit wieder.

Beim erstmaligen Auftreten eines anhaltenden Ohrgeräuschs sollte eine HNO-ärztliche Untersuchung erfolgen. Körperliche Erkrankungen, wie z.B. Hörsturz, Schwerhörigkeit, Knalltrauma,
Funktionsstörungen der Kiefergelenke und der Halswirbelsäule etc. sollten ausgeschlossen
werden. 
Meist kommen die Ohrgeräusche jedoch dadurch zu Stande, dass Nervenzellen in der
Hörbahn Impulse senden, die das Gehirn wie echte Schallsignale von außen einordnet. Es ist
also in erster Linie ein Problem der Wahrnehmung.


Tinnitus ist kein Vorbote für einen Hörsturz oder einen Schlaganfall und macht auch nicht schwerhörig.
Die Ohrgeräusche werden nicht immer lauter, oft verschwinden sie komplett wieder oder werden im
Laufe der Zeit deutlich leiser. Der Tinnitus wird zum großen Teil durch die Patienten/-innen selbst
gesteuert.


Da es viele Ursachen für Ohrgeräusche gibt, sind auch die therapeutischen
Ansätze vielfältig. Wir beraten Sie dazu individuell.

Literaturhinweis:
“Tinnitus – so finden Sie wieder Ruhe“. PD Dr. med. Uwe H. Ross


Darüber hinaus bieten wir Ihnen in unserer Praxis eine spezielle Therapie, das TNNM-Verfahren,
an, das wir im Folgenden vorstellen möchten.


TMNMT: Die Tailor-Made Notched Music Training (TMNMT)-Methode


Tinnitusbehandlung mit Taktgefühl
Die Abkürzung TMNMT steht für Tailor-Made Notched Music Training. Sie bezeichnet eine
neuroakustische Therapieform, die Menschen mit chronischem, tonalem, subjektivem Tinnitus
(etwa 70 Prozent aller Betroffenen) hilft, ihre Beschwerden zu minimieren. Dabei wird Musik so
, dass sie im Bereich der individuellen Tinnitus-Frequenz keine Signalanteile mehr enthält. Es entsteht
eine Lücke, im Englischen „Notch“ genannt. Hört der Tinnitus-Patient die entsprechend bearbeitete
Musik, sorgt der „Notch“ dafür, dass die überaktiven Nervenzellen, die den Tinnitus-Ton erzeugen,
nicht mehr stimuliert werden. Gleichzeitig werden die gesunden Nachbarzellen angeregt. Studien
belegen, dass die hyperaktiven Nervenzellen im Hörzentrum ihr Erregungsprofili* mit der Zeit
verändern. Die Folge: Der störende Ton kann leiser werden.

Wissenschaftliche Basis
TMNMT bewirkt einerseits eine Veränderung der neuronalen Verschaltung im Hörzentrum (auditorischer Cortex) und löst andererseits positive Emotionen aus: Das Hören von Lieblingsmusik führt zur
Ausschüttung von Dopamin, einem Botenstoff, der unter anderem für Wohlbefinden, Mut, Konzentration
und Vergnügen verantwortlich ist. Das beschleunigt die neuronalen Lern-vorgänge und damit auch die Reorganisation des Hörzentrums zusätzlich. In klinischen Studien konnte die Wirksamkeit dieses neuromodularen Ansatzes bei subjektivem, chronischem, tonalem Tinnitus nachgewiesen werden.
Voraussetzung für die therapeutische Wirkung ist die exakt gemessene Tinnitus-Frequenz des
Patienten und die ebenso exakte Filterung der Musikstücke.

TMNMT bequem zuhause über eine App
Über eine Medical App, die Ergebnisse wissenschaftlicher Studien nach strengsten Maßstäben 1:1
umsetzt, haben Tinnitus-Patienten Zugang zur TMNMT-basierten Therapie. Die App, als Medizinprodukt
der Klasse I zertifiziert, bereitet einfach und zuverlässig die eigene Lieblingsmusik des Betroffenen
auf, um damit den Tinnitus zu behandeln.
Die App ist geeignet bei Tinnitus mit der HNO-ärztlichen Diagnose:
• subjektiv
• chronisch
• tonal mit stabiler Tinnitus-Frequenz (200 Hz – 20 kHz)
• Hörverlust weniger als 60 dB HL (½ Oktave unter der Tinnitus-Frequenz).

Behandlungsablauf
Kommen Sie als Tinnitus-Betroffene/r zu einer Eingangsuntersuchung in unsere Praxis. Wir
diagnostizieren Ihre Tinnitusform, prüfen auf Therapie-eignung und messen Ihre individuelle Tinnitusfrequenz und -lautstärke. Kommt das TMNMT für Sie infrage, begleiten wir Sie über die
Dauer der Therapie bis hin zur Abschlussuntersuchung. Über uns erhalten Sie auch Zugangsdaten
für die App. Nachdem Sie Ihre individuelle Tinnitusfrequenz kennen und die App heruntergeladen
haben, brauchen Sie nur noch ein Smartphone mit Ihrer Lieblingsmusik und Kopfhörer. Die
App filtert automatisch Ihre individuelle Tinnitusfrequenz aus den Songdateien heraus. Empfohlen
wird das kontinuierliche Hören der speziell gefilterten Songs für eine Dauer von 90 Minuten täglich
über 12 Monate.

TMNMT auf Rezept
Verschiedene gesetzliche und private Krankenkassen bieten die Erstattung bzw. Kostenübernahme
einer Therapie-App auf Basis der TMNMT-Methode an. Fragen Sie bei uns oder Ihre Kasse danach.

Diese Information ist keine Beratung im medizinischen Sinne.
Verbindliche ärztliche Beratung erhalten Sie nur in der Sprechstunde.



INFOlink

Deutsche Tinnitus Liga e.V. (DTL)
Tinnitracks – Sonormed GmbH

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